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Vereinsgeschichte

Die Fechtabteilung des VfL 1860 Marburg 1911 bis 2011

Bis 1910 war das Fechten als Wettkampfsportart eine wenig bekannte Disziplin. Es wurde zurzeit von Turnvater Jahn und dem Mitstreiter K. F. Friesen als Leibesübung in einigen Vereinen eingeführt.

Der VfL hat unter dem Vorsitzenden W. Metzler und einigen begeisterten Turnern, unter ihnen auch der bekannte Otto Ubbelode, eine Fechtabteilung gegründet. Friedrich Groos leitete die Fechtabteilung bis zum Kriegsausbruch 1914. Erst 1919 aus englischer Gefangenschaft heimgekehrt, baute F. Groos die Fechtabteilung wieder auf. In den folgenden Jahren kamen immer mehr jüngere Turner zur Fechtabteilung. So traten 1923 die Fechter W. Fink, E. Lichte, E. Lemke, O. Lachmund und W. Ermisch der kleinen Abteilung bei. Die Abteilung wuchs weiter mit den Mitgliedern K. Plaak, H. Kipp, H. Stieler, E. Kühn, L. Fuchs und W. Chateau, die mit Friedrich Groos eifrig übten und bis 1934 Wettkämpfe bestritten.

In der Nachkriegszeit konnte erst im März 1950 der Fechtbetrieb wieder aufgenommen werden. Obmann E. Lichte, erster Fechtwart F. Groos und zweiter Fechtwart W. Fink meldeten dem Hauptverein die wieder eröffnete Fechtabteilung. Der Hauptverein unterstützte die kleine Abteilung sofort mit Rat und Tat. Im Jahr 1955 musste F. Groos aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden. H. Brommert übernahm für ein paar Jahre die Leitung des Fechtbetriebes der kleinen wachsenden Abteilung. Regelmäßig wurden Wettkämpfe durchgeführt, Bezirksmeisterschaften, Landesmeisterschaften, Gauturnfeste und auch Freundschaftsturniere besucht.



1958 hat W. Zaiss und Kurt Keil die Abteilung übernommen und modernisiert. Zum Beispiel wurde das elektrische Florett (später auch der elektrische Degen) bzw. das elektrische Fechten überhaupt eingeführt. Mit Unterstützung der Stadt Marburg (Sportamt) und des Hauptvereins konnte die benötigte Ausrüstung angeschafft und die Abteilung wettkampffähig bleiben.

Fechter der Abteilung machten Lehrgänge in Frankfurt und wurden zu Übungsleitern ausgebildet. Außerdem konnte mit Hilfe der Universität Marburg und der Spendenbereitschaft der Fechter, der Fechtmeister Claudio Azara verpflichtet werden. Dieser brachte der Abteilung einen guten Aufschwung. Einer der Erfolge der Marburger Mannschaft war, dass sie in Kassel das H. – Lengemann- Schwert und in Offenbach im Einzel das Toni- Brückner- Schwert gewinnen konnten. Während dieser Zeit haben die Fechter an vielen Turnieren teilgenommen und gute Plätze belegt. Der Fechtmeister Azara musste jedoch frühzeitig aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden. Da die Universität keinen neuen Fechtmeistermehr mehr verpflichten wollte, oblag nun die Aus- und Weiterbildung der Anfänger und jungen Fechter bei den Übungsleitern, welche von W. Zaiss und den erfahrenen Fechtern unterstützt wurden. Nachdem W. Zaiss im Jahr 1961 in den Hauptverein gewählt wurde, übernahmen K. Keil und K. H. Zubrod die Leitung der Abteilung, die sie mit sehr viel Sorgfalt und Umsicht viele Jahre geführt haben. Zwar hat sich im Laufe der Zeit die Abteilung durch Beitritt vieler Schüler und Studenten immer wieder verjüngt und vergrößert; jedoch entstanden auch zeitweise große Lücken durch das Abwandern von Jugendlichen und Studenten.

1979 verstarb unser Gründungsmitglied E. Lichte, dessen großes Anliegen immer die Kameradschaft und Geselligkeit unter den Fechtern war.

1984 kam der Fechter Kurt Joachim Betz zur Fechtabteilung, der 1989 die Fechtmeisterprüfung des DFB im Sportfechten (alle Waffen) und der Akademie der Fechtkunst Deutschlands  (ADFD) im Fechten und Theaterfechten ablegte. Durch K. J. Betz hatte die Fechtabteilung bzw. VfL ihren ersten eigenen Fechtmeister. Aufgrund dessen wurde verstärkt die Jugendarbeit gefördert und man konnte eine Gruppe von Fechtern für das Theaterfechten begeistern. 1991 wurde unter Mannschaftskapitän Theo Ronzheimer eine Seniorenmannschaft aufgestellt. 1992 konnte die Senioren- Mannschaft das internationale Degenturnier in Dublin gewinnen. Die Senioren kämpfen seitdem im Einzel und in der Mannschaft auf vielen Turnieren im In- und Ausland mit großer Freude und schönen Erfolgen.

Die Fechtabteilung wuchs im Laufe der Jahre auf über 60 Mitglieder an. Im Jahr 1998 profitierte die Abteilung vom Beitritt von Carsten Muschenich, ausgebildeter Übungsleiter- und Fechtmeister, aus Düren. Er übernahm die Jugend- und Schülerausbildung, welche ihm viel Freude machte, da er auch mit zu den Turnieren fuhr und stets den jungen Fechtern ein guter Trainer und Berater war. C. Muschenich hat im Jahr 2000 die ersten offenen Marburger Stadtmeisterschaften im Fechten eröffnet und von diesem Zeitpunkt an, jährlich bis zu seinem beruflichen Ausscheiden 2008 durchgeführt. Obwohl er mittlerweile in seiner Heimatstadt Düren den dortigen Fechtverein als Fechtmeister trainiert, begleitet er die Marburger Stadtmeisterschaften immer noch mit Rat und Tat.

Im Jahr 2000 wurde unsere Fechterin Ulrike Ristau zur Abteilungsleiterin gewählt. Nachdem U. Ristau  in den Vorstand des Hauptvereins gewählt wurde, wurde Kurt Joachim Betz Abteilungsleiter.

Im Jahr 2000 konnte Fechtmeister K. J. Betz den 3. Platz bei der WM im Theaterfechten belegen. Die von C. Muschenich und K. J. Betz, sowie den Übungsleitern geführten Jugendlichen und Schüler haben in den letzten Jahren an vielen Turnieren teilgenommen, etliche Hessenmeistertitel wurden erkämpft und gute Plätze bei Deutschen Meisterschaften belegt.

Nach dem Ausscheiden von C. Muschenich übernahm das junge Übungsleiterteam mit Fabian Sälzer, Gennadi Viouguin und Vera Börner die Jugendarbeit im Verein, welche mit vielen weiteren Erfolgen gekrönt wurde.

Auf allen Turnieren und Gauturnfesten waren Marburgs Fechter vertreten. Überall haben ihre solide Fechtweise und Geselligkeit die Farben des VfL 1860 Marburg würdig vertreten.

Die Abteilung hat bis zum heutigen Zeitpunkt ca. 100 Mitglieder und richtet seit 2000 eines der größten Turniere in Hessen, mit über 200 Teilnehmern aus. Im Jubiläumsjahr des Hauptvereins 2010 sorgte die sensationelle Teilnehmerzahl von 300 Fechtern und einer Gast-Schülermannschaft aus Japan für einen Rekord an der Stadtmeisterschaft. Auch im darauf folgenden Jubiläumsjahr der Abteilung wurde das Turnier mit über 300 Fechtern und einer Gastdelegation aus Russland ein voller Erfolg. Im Jahr 2012 gelang es der Fechtabteilung das zweitgrößte Fechtevent Deutschlands auf die Beine zu stellen - 365 Teilnehmer aus Deutschland, Irland, England und Ägypten haben an zwei Tagen um die Medalien gekämpft.

Nach Ausscheiden von Gennadi Viouguin konnte mit Linda Schultze eine hervorragende Übungsleiterin gewonnen werden, die die Arbeit mit den kleinsten noch einmal deutlich stärkte. Durch fleißige Ausbildung konnte das Trainerteam aus den eigenen Reihen durch David Balzereit, Elias Stüttgen, Daniel Gombert, Nina Brand und Lukas Inerle verstärkt werden.

Seit 2015 wird die Abteilung von Fabian Sälzer als Abteilungsleiter, Kassenwart und Beauftragter Zuschusswesen Harald Locher, Jugendwart David Balzereit, Seniorenbeauftragter Theo Ronzheimer, Turnierbeauftrage Linda Schultze und Materialwart Hans-Helmut Schmidt geführt.

 


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